Die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim ist im Angesicht der Erkenntnisse über die Morde der rechtsterroristischen Gruppe entsetzt. „Es ist skandalös, dass eine kriminelle Gruppierung in Deutschland über Jahre hinweg rassistische Morde begehen kann.“, erklärt Sprecher Malte Brügge- Feldhake. Seit der Wende wurden mehr als 150 Menschen Opfer rechtsmotivierter Morde. „Die Dunkelziffer ist weitaus größer. Häufig werden solch menschenverachtende Straftaten von der Justiz gar nicht als politisch motiviert geahndet.“. Aus Sicht der GRÜNEN JUGEND sind die Bundesregierung und etliche Landesregierungen auf dem rechten Auge blind. „Durch Frau Schröders Extremismusklausel wird der sogenannte Links- und Rechtsextremismus gleichgesetzt.“ Dies relativiere die Gefahr von Rechts. Organisationen, die sich für Zivilcourage und gegen menschenverachtendes Gedankengut engagieren, dürften nicht kriminalisiert werden. Die GRÜNE JUGEND fordert eine rasche Aufklärung der Rolle des Verfassungsschutzes und des Landeskriminalamtes. Der Verfassungsschutz ist ihrer Meinung nach mit Grundsätzen des Rechtsstaats nicht vereinbar und müsse daher abgeschafft werden. „Der Verfassungsschutz hat kläglich versagt. Was wir brauchen ist eine unabhängige, parlamentarisch kontrollierte Behörde, die Menschenrechtsverletzungen unabhängig von ihren Verursachern erfasst und aufzeigt, aber keinen Inlandsgeheimdienst der linke Verbände und Parteien bespitzelt.“
Die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim hat bei ihrer jüngsten Mitgliederversammlung zwei neue Sprecher gewählt. In Zukunft werden Moritz Hund und Malte Brügge-Feldhake die grüne Jugendorganisation nach außen hin vertreten. Der 18 Jahre alte Moritz Hund ist Schüler der Fachoberschule für Gesundheit und Pflege und seit zwei Jahren in der GRÜNEN JUGEND aktiv. Außerdem engagiert er sich beim THW. Ihm sind Themen wie die Politikbeteiligung von Kindern und Jugendlichen und die Verhinderung der Nordumgehung besonders wichtig. Malte Brügge- Feldhake hat die GRÜNE JUGEND 2009 in der Grafschaft Bentheim mitgegründet und ist seit 2010 außerdem Mitglied im Kreisvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Dem 20-jährigen liegen Antifaschismus, Sozialpolitik und die Friedensbewegung sehr am Herzen. Beide kommen aus Nordhorn. Gemeinsam wollen sie die Vernetzung mit den Junggrünen aus dem Emsland vorantreiben, die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim nach innen stärken und nach außen gut repräsentieren.
Neben den Wahlen stand auch die Zielsetzung und Visionen für das kommende Jahr auf der Tagesordnung. 2012 wollen die Junggrünen Basisgruppen in der Ober- und Niedergrafschaft gründen. „Die große Mehrheit unserer Mitglieder kommt aus Nordhorn.“, bemängelt Brügge- Feldhake, „Wir wollen auch in anderen Teilen der Grafschaft Präsenz zeigen und für unsere Organisation und Ziele werben.“. Außerdem will die Grüne Jugend weiter gegen den Bau der Nordumgehung kämpfen. „Noch ist kein Baum gefällt und die Gelder nicht ausgegeben. Ein neues Verkehrsgutachten auf Grundlage aktueller Zahlen wird mit Sicherheit zeigen, dass die Nordumgehung überflüssig ist.“, ist sich Moritz Hund sicher.
Weitere Themenschwerpunkte stellen die ökologische Landwirtschaft und die Anbindung weiterer Orte der Grafschaft Bentheim an den überregionalen Schienenpersonenverkehr dar.
Auch gab es bei der Mitgliederversammlung etwas zu feiern. Bei den diesjährigen Kommunalwahlen war nicht nur die grüne Mutterpartei der Gewinner. „Wir sind nun in vier Grafschafter Räten mit jeweils einem jungen Grünen vertreten. Das ist nicht nur ein großer Erfolg für uns, sondern auch für die Jugend der Grafschaft.“, meint Uli Wandrei, der mit 18 Jahren in den Nordhorner Stadtrat eingezogen ist. „Wir werden den Auftrag der Wählerinnen und Wähler ernst nehmen und uns besonders für die Interessen von Kindern und Jugendlichen stark machen.“ Auf den Wahllisten von Bündnis 90/Die Grünen standen im Landkreis insgesamt 10 Kandidaten der GRÜNEN JUGEND zur Wahl. Von diesen schafften es neben dem 18-jährigen Wandrei noch Markus Serwatka in den Stadt- und Samtgemeinderat Neuenhaus und Angela Raabe in den Rat der Stadt Schüttorf. Beide sind 22 Jahre alt. „Wir haben durchaus Respekt vor unserem Amt, allerdings hat jede Ratsfrau und jeder Ratsherr einmal klein angefangen,“ haben alle drei keine Angst vor ihren Aufgaben. „Wir werden jene, die der Meinung sind, man könne jungen Menschen nicht so eine große Verantwortung aufbürden, vom Gegenteil überzeugen. Wir wollen Politik mit jungen Bürgern machen und nicht nur für sie!“. Die GRÜNE JUGEND ruft deshalb alle Kinder und Jugendlichen dazu auf, sich ebenfalls gesellschaftlich zu engagieren, z.B. in Jugendzentren, Kirchen, Vereinen, Jugendparlamenten oder in politischen Jugendorganisationen. Sie selbst trifft sich jeden Mittwochnachmittag um 17 Uhr im Bündnisgrünen Bürgerbüro in der Kokenmühlenstraße 13 in Nordhorn und ist für Interessierte immer offen.
Grüner Jugendverband startet das Jahr mit Gesprächsrunde zur Politikbeteiligung von Kindern und Jugendlichen
Über die Mitwirkungsmöglichkeiten in unserer Demokratie aufklären und über sie diskutieren möchte die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim am Mittwoch, den 2. Februar. Dann findet ab 17:30 Uhr im Nordhorner Jugendzentrum an der Denekamper Straße 26 eine Gesprächsrunde mit dem grünen Landtagsabgeordneten Helge Limburg zum Thema „Politikbeteiligung von Kindern und Jugendlichen“ statt. Gerade in Zeiten von Politikverdrossenheit und dem häufig fehlenden Unterrichtsfach an Schulen sei es wichtig, Interesse an Politik zu wecken und gerade Jugendliche zur aktiven Teilnahme zu motivieren. Zum Beispiel fehlt es in der Grafschaft Bentheim vielerorts an Angeboten zur Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche. Jedes Jahr werden in den Haushaltsberatungen der Grafschafter Parlamente Kürzungen im Jugendbereich diskutiert oder beschlossen. „Wen interessiert dabei denn eigentlich die Meinung der Jugend?“, fragt sich Malte Brügge-Feldhake, Sprecher des Jugendverbandes, diese Meinung werdehäufig als unreif und „kindisch“ bewertet und belächelt. Hier sieht die GRÜNE JUGEND Handlungsbedarf. In Nordhorn gibt es zum Beispiel bereits ein landes- und bundesweit viel beachtetes Verfahren der Kinder- und Jugendbeteiligung. Über solche Perspektiven für die gesamte Grafschaft soll am kommenden Mittwoch genauso diskutiert werden, wie über die Beteiligung in politischen Initiativen, Jugendverbänden oder Parteien. „Es wird keine Podiumsdiskussion sein.“, verspricht Limburg, „Vielmehr wollen wir gemeinsam mit allen Interessierten über die Möglichkeiten zur Mitgestaltung für junge Menschen reden. Auch die Frage, welche Instrumente, etwa im Web 2.0, die Beteiligungsmöglichkeiten ausweiten können, soll diskutiert werden.“ Alle Interessierten sind dazu eingeladen, an dieser öffentlichen Veranstaltung teilzunehmen.
Die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim ruft zur Demonstration gegen die geplante Nordumgehung in Nordhorn auf.
Setzen Sie ein Zeichen und kommen Sie am Sonntag, den 3. Oktober 2010 um 14Uhr zur Demonstration an der Schleuse I (am Süd-Nord-Kanal in Nordhorn). In unmittelbarer Nähe zur Schleuse soll demnächst die Nordumgehung über den Kanal geführt werden.
Das Planfeststellungsverfahren für die Nordumgehung ist erneut beantragt worden.
Damit geht das Straßenbauprojekt in die nächste, entscheidende Phase.
Die Anwesenheit jedes Einzelnen am 3. Oktober zählt. Denn so können wir gemeinsam zeigen, dass es sehr viele Bürgerinnen und Bürger gibt, die von der Notwendigkeit der Nordumgehung nicht überzeugt sind.
Im Jahr 2008 trafen sich hier aus gleichem Anlass bereits mehr als 500 Teilnehmer. Lassen Sie uns dafür sorgen, dass es jetzt noch mehr werden! Unsere Politiker werden dies genau beobachten – immerhin sind im nächsten Jahr Kommunalwahlen.
Noch ist es nicht zu spät. Die Straße kann noch gestoppt werden!
Was bedeutet die Nordumgehung für Nordhorn?
- Eine nur unwesentliche Entlastung der innerstädtischen Straßen wie bspw. Neuenhauser Straße und Veldhauser Straße
- Keine Entlastung im Nadelöhr Stadtring
- Spürbare Entlastung lediglich auf dem Altendorfer Ring, also einer der wenigen vierspurigen Straßen in Nordhorn
- Abkopplung der Lingener Straße (hier befinden sich viele Gewerbebetrie-be, die auch auf Laufkundschaft angewiesen sind)
- Zerstörung der Natur am Süd-Nord-Kanal und an der Vechte. Diese Be-reiche werden von vielen Nordhornern und Gästen als
Naherholungsge-biet genutzt (Stichpunkt Wasserstadt und Kanalvision)
- Zusätzliche Ausgaben für die Umsetzung der Nordumgehung, zu tragen von der Stadt Nordhorn. Wo wird dieses Geld
eingespart?
- Der Bau von Ampelanlagen anstelle von Kreisverkehren behindert den Verkehrsfluss (Zeitersparnis?).
Es gibt tatsächlich keine nachhaltig überzeugenden Argumente für die Nordumgehung!
- Das Projekt ist nicht mehr zeitgemäß und sinnlos
- Der erheblichen Zerstörung wertvoller Natur steht kein Nutzen gegenüber
- Vergeudung von Steuermitteln
- 22,5 Mio. Euro aus Bundesmitteln
- mindestens 3,2 Mio Euro zahlt zusätzlich die Stadt Nordhorn
Von Freitag, dem 24. bis Sonntag, dem 26. September 2010 findet in Stade die in diesem Jahr zweite Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen statt. Zu diesem Herbstkongress mit dem Thema „Politik im ländlichen Raum“ werden sich am Freitag auch Mitglieder aus der Grafschaft Bentheim auf den Weg machen, um junge und grüne Politik selber zu machen und so aktiv mitzuentscheiden und etwas bewegen zu können.
Wir freuen uns auf das Wochenende!
Flüchtling nimmt sich in Abschiebehaft das Leben
Am Freitag, den 2. Juli hat sich in Niedersachsens zentralem Abschiebegefängnis in Hannover- Langenhagen Slawik-Tsolak C. das Leben genommen. Der 58-jährige Mann, der seit elf Jahren in Deutschland gelebt hatte, war am 28. Juni diesen Jahres in das Abschiebegefängnis eingeliefert worden und sollte nach Armenien abgeschoben werden. Er war 1999 mit seiner Ehefrau und seinem Sohn aus der umkämpften Provinz Nachidjevan in Aserbaidschan geflohen.
„Wir sind erschüttert angesichts der Selbsttötung des Slawik-Tsolak C.. Es ist skandalös, das in der Bundesrepublik Deutschland Menschen in den Suizid getrieben werden.“, beschreibt Malte Brügge-Feldhake, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Grafschaft Bentheim, den Standpunkt der grünen Jugendorganisation. „Und es zeigt, dass für Flüchtlinge weniger Rechte gelten, beziehungsweise geltende Rechte außer Kraft gesetzt werden“. Nur 5 Tage nach seiner Inhaftierung in der Langenhagener Justizvollzugsanstalt erhängte sich der 58-jährige mit dem Kabel eines Wasserkochers am Fensterkreuz.
Zuvor hatte sich die Ausländerbehörde des Landkreises Harburg, wo der Mann mit seiner Ehefrau und seinem 29-jährigen Sohn fast elf Jahre gelebt hatte, offenbar mit falschen Identifikationsdaten von Interpol bei der armenischen Botschaft einen Ausweisersatz für den Mann beschafft, denn bei den beschafften Identifikationsdaten stimmten weder Geburtsdatum, noch das Foto mit dem, des Flüchtlings überein. „Das ist Skandal und eine Missachtung der Menschenrechte. Hier wird rechtswidrig gehandelt, nur um Flüchtlinge abschieben zu können. Und es handelt sich hier keinenfalls um einen Einzelfall“, so Brügge-Feldhake.
Von einem Einzelfall lässt sich wirklich nicht sprechen. Denn nach Untersuchungen des Flüchtlingsrates Niedersachsen, entpuppe sich ein Drittel aller Fälle von Abschiebungshaft nachträglich als rechtswidrig.
Die Harburger Behörde allerdings macht weiter wie zuvor. Nun soll die Ehefrau des Verstorbenen abgeschoben werden. Da der gemeinsame Sohn hingegen eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung besitzt, wäre die Familie dann vollständig voneinander getrennt.
Auch die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist bestürzt über den Suizid des Inhaftierten und verlangt eine Reform in der Abschiebepraxis. „Wir haben mehrfach kritisiert, dass die Koalition billigend in Kauf nimmt, dass Menschen in Niedersachsen mehrfach rechtswidrig in Abschiebehaft genommen wurden.“, kritisiert Filiz Polat, migrationspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, die Abschiebepraxis.
Aus Sicht der GRÜNEN JUGEND Grafschaft Bentheim gehört die Abschiebehaft abgeschafft. Sie bedeute die Entrechtung von Menschen, die außer dem Wunsch auf ein Leben in Würde und Sicherheit nichts getan hätten. Solange die Abschiebehaft jedoch besteht, müsse sich einiges verändern um Fälle wie vor einer Woche in Langenhagen zu verhindern, so Malte Brügge-Feldhake abschließend.
Am Samstag, den 24. April wird bundesweit mit zahlreichen Demonstrationen und Aktionen an den 24. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erinnert. Auch im westfälischen Ahaus findet ab 12.30 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Atomausstieg jetzt!“ statt, zu der Teilnehmer aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens und den angrenzenden Regionen erwartet werden. „Mit dem Atommüll-Zwischenlager in Ahaus, der Urananreicherung in Gronau und Almelo sowie dem AKW und der Brennelementefabrik in Lingen ist die Grafschaft von Einrichtungen der Atomindustrie umzingelt. Neben der latenten Gefährdung für Mensch und Umwelt durch die Atomkraft sind die Grafschafter durch die ständigen Transporte atomaren Materials über die Straßen und Schienen des Landkreises ganz konkreten Gefährdungen ausgesetzt“, so Gerke Zager, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Grafschaft Bentheim. Sie hofft darauf, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger aus der Grafschaft am 24. April in Ahaus ein deutliches Zeichen gegen Atomkraft setzen werden.
Alle Interessierten, die gemeinsam mit der GRÜNEN JUGEND zur Demonstration fahren möchten, treffen sich am Samstag, den 24. April um 9.45 Uhr am Bahnhof Bad Bentheim. Der Kostenbeitrag für die Bahnfahrt nach Ahaus und zurück beträgt ca. 5 Euro.
GRÜNE JUGEND und Initiative GeRecht regen Diskussion über Umbenennung der Ernst-Moritz-Arndt-Schule an
Wer war eigentlich Ernst-Moritz Arndt? Diese Frage mag sich schon mancher Nordhorner gestellt haben, denn immerhin ist seit 1941 eine städtische Schule nach dem Literaten und Politiker des 19. Jahrhunderts benannt. Die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim und die Nordhorner Initiative GeRecht haben sich mit dem Wirken Arndts beschäftigt und kommen zu dem Schluss, dass eine öffentliche Debatte über die Namensgebung der Grundschule an der Marktstraße erforderlich ist. „Die Werke Arndts sind durchzogen von Rassismus, völkischen Nationalismus, Antisemitismus und Frankophobie“, stellt Uli Wandrei, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Grafschaft Bentheim, fest.
“Man sollte die Einfuhr der Juden aus der Fremde in Deutschland schlechterdings verbieten und hindern. Die Juden als Juden passen nicht in diese Welt und in diese Staaten hinein, und darum will ich nicht, dass sie auf eine ungebührliche Weise in Deutschland vermehrt werden. Ich will es aber auch deswegen nicht, weil sie ein durchaus fremdes Volk sind und weil ich den germanischen Stamm so sehr als möglich von fremdartigen Bestandteilen rein zu erhalten wünsche. ” Dieses Zitat aus Arndts „Blick aus der Zeit in die Zeit“ von 1814 ist eines von zahlreichen Belegen für dessen Gesinnung. Im selben Werk heißt es über die Franzosen: “Ich hasse alle Franzosen ohne Ausnahme im Namen Gottes und meines Volkes. Ich lehre meinen Sohn diesen Hass. Ich werde mein ganzes Leben arbeiten, dass die Verachtung und der Hass auf dieses Volk die tiefsten Wurzeln in deutschen Herzen schlägt”.
Dem Hass auf Juden und Franzosen stellt Arndt eine Überhöhung des deutschen Volkes gegenüber, wie sie später in der nationalsozialistischen Ideologie zu finden ist. In seinem Werk „Weltgeschichte im Aufriss“ heißt es: „Die Deutschen sind nicht durch fremde Völker verbastardet, sie sind keine Mischlinge geworden, sie sind mehr als viele andere Völker in ihrer angeborenen Reinheit geblieben und haben sich aus dieser Reinheit ihrer Art und Natur nach den stetigen Gesetzen der Zeit langsam und still entwickeln können; die glücklichen Deutschen sind ein ursprüngliches Volk“.
„Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus waren auch unter den Gelehrten des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Viele Historiker sind allerdings der Auffassung, dass Arndt sich gegenüber seinen Zeitgenossen durch eine besondere Radikalität hervor getan hat“, so Uli Wandrei. „Ernst-Moritz Arndt war ein ideologischer Wegbereiter und Vordenker der Nazis und wir sollten uns fragen, ob es nicht bessere Vorbilder für die Namensgebung städtischer Schulen in Nordhorn gibt“.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielten auch mehrere Schulen in Nordhorn neue Bezeichnungen, so trug etwa die Frensdorfer Schule den Namen des Nazi-Ideologen Hans Schlemm. Diese Namensgebungen wurden in der Nachkriegszeit rückgängig gemacht. Lediglich die Ernst-Moritz-Arndt-Schule, die während der Zeit des Nationalsozialismus 1941 neu errichtet worden war, behielt ihren ideologisch belasteten Namen.
„Wir wollen einer öffentlichen Debatte und einer möglichen Entscheidung in der Politik und in der betreffenden Schule nicht vorgreifen, aber wir könnten uns gut vorstellen, dass Persönlichkeiten aus dem Kreis des lokalen Widerstands gegen die Nazis oder aus der ehemaligen jüdischen Gemeinde Nordhorns geeignetere Vorbilder für eine öffentliche Grundschule sind als ein Rassist und Antisemit“, stellt auch ein Sprecher der Initiative GeRecht fest.
Kritik an neuer Bundesfamilienministerin
Mit deutlicher Kritik reagiert die Grüne Jugend Grafschaft Bentheim auf die Pläne der neuen Bundesfamilienministerin Kristina Köhler (CDU), alle Initiativen, die bei ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus gefördert werden, vom Verfassungsschutz überprüfen zu lassen. „Gesellschaftliche Initiativen gegen Rechtsextremismus benötigen mehr Anerkennung und Unterstützung durch die Politik und gehören nicht unter Generalverdacht gestellt“, kritisiert Malte Brügge-Feldhake, Sprecher der Grafschafter Grünen Jugend.
Im Rahmen des „Programms für Demokratie, Vielfalt und Toleranz“ fördert das Bundesministerium bundesweit Initiativen, die sich vor Ort gegen Rechtsextremismus engagieren. Ministerin Köhler hatte angekündigt, mit Beginn der neuen Förderperiode ab 2011 standardmäßig alle geförderten Initiativen vom Verfassungsschutz überprüfen zu lassen „Diese geplante Diskriminierung bürgerschaftlichen Engagements ist ein Skandal, der nicht hingenommen werden darf“, so Brügge-Feldhake. Anstatt engagierte Bürger vor zu verurteilen, solle sich die Bundesregierung ernsthaft mit dem Problem des Rechtsradikalismus auseinandersetzen. „Seit 1990 haben Rechtsextreme über 140 Menschen in Deutschland ermordet. Allein 2009 begingen Rechtsextreme laut Bundeskriminalamt rund 20.000 Straftaten“, stellt der Grüne-Jugend-Sprecher fest.
Bereits nach ihrem Amtsantritt Anfang Dezember hatte sich die neue Bundesfamilienministerin für eine Kürzung der öffentlichen Mittel gegen Rechtsextremismus ausgesprochen, musste ihre Pläne dann aber zurücknehmen. „Bei einer Ministerin, die offenbar auf dem rechten Auge blind ist, ist das Thema Rechtsextremismus nicht gut aufgehoben“, stellt Malte Brügge-Feldhake abschließend fest.
Gut drei Monate nach ihrer Gründung wählte die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim am vergangenen Mittwoch erstmals ein Sprecherteam. Gerke Zager, Malte Brügge-Feldhake und Uli Wandrei aus Nordhorn werden künftig als gleichberechtigte Sprecher/innen an der Spitze des grünen Jugendverbands in der Grafschaft stehen.
Die drei Sprecher/innen freuen sich über die positive Entwicklung, die die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim seit ihrer Gründung im August genommen hat. „In den letzten Monaten hat sich Zahl der aktiven Mitglieder verdreifacht“, so xxx. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im links-alternativen Spektrum könne von Politik- und Parteienverdrossenheit keine Rede sein, stellt auch xx fest: „Derzeit nimmt die GRÜNE JUGEND quer durchs Land eine äußerst positive Entwicklung, bundesweit können sich viele Ortsgruppen über Mitgliederzuwächse freuen“. Er hoffe, dass sich auch in der Grafschaft weitere Interessenten im Alter von 14 bis 28 Jahren für eine Mitarbeit begeistern lassen. Die GRÜNE JUGEND trifft sich jeden Mittwoch ab 16 Uhr im Bündnisgrünen Bürgerbüro an der Bernhard-Niehues-Straße 39 in Nordhorn.
Derzeit stehen bei der GRÜNEN JUGEND die Planungen für die Demo gegen Lärm und Bomben am xx.xx. im Mittelpunkt. Aber auch Themen wie Klimaschutz und Atom, das Eintreten gegen Rechtsextremismus und für eine liberale Drogenpolitik sind Schwerpunkte der politischen Arbeit des Jugendverbands. „
„Nordhorn-Range muss weg!“ – in dieser Zielsetzung ist sich die Grafschafter Bevölkerung weitgehend einig. Doch wie kann der öffentliche Widerstand gegen den Luft-Boden-Übungsplatz wirkungsvoll auf die Straße getragen werden? Die GRÜNE JUGEND Grafschaft Bentheim ist sich sicher, dass nur durch ein breites Bündnis verschiedener Gruppen und engagierter Einzelpersonen der Protest wirkungsvoll auf die Beine gestellt werden kann. „Wir müssen die Kräfte in der Region bündeln, um in Nordhorn ein deutliches Zeichen gegen die Range zu setzen, dass auch in Berlin wahrgenommen wird“, so Malte Brügge-Feldhake von der GRÜNEN JUGEND.
Die GRÜNE JUGEND lädt daher alle interessierten Gruppen und Personen zu einem Vorbereitungstreffen am Dienstag, den 20. Oktober um 19.30 Uhr ins Hotel Bonke in Nordhorn ein. Hier sollen die Möglichkeiten eines partei- und spektrenübergreifenden Aktionsbündnisses ausgelotet und öffentliche Protestaktionen gegen die Range geplant werden. Malte Brügge-Feldhake hofft darauf, dass sich möglichst viele Gruppen und Personen an diesem ergebnisoffenen Treffen beteiligen.

